Nimm deine traurigen Lieder!

Er saß vor dem Computer. Es war Samstagnacht, etwa zwei Uhr. Er war müde, konnte aber nicht schlafen. Er hatte etwas gesehen, was er nicht sehen wollte, etwas gelesen, dass er nicht lesen sollte.

Eigentlich wollte er schon längst im Bett sein, nur noch vorher kurz etwas nachsehen und dann den Laptop herunterfahren. Aber jetzt hatte er es gesehen und gelesen und konnte nicht schlafen. Egal wie müde er auch war, die Gedanken drehten sich in seinem Kopf und ließen ihn nicht zur Ruhe kommen. Also saß er da, trank und starrte auf den Bildschirm. Im Hintergrund lief Musik, irgendeine Playlist, die er angemacht hatte.

Und plötzlich kam da dieser Song. Fast ebenso aus dem Nichts, wie das, was er gelesen hatte. Traf ihn genauso unvorbereitet und mit ebensolcher Wucht.

Und er saß da im Dunkeln, hörte zu, das Glas war leer und war damit beschäftigt, nicht in Tränen auszubrechen.

Musik, man … Musik hat Macht.

(Lyrics nach dem Jump. Der Rest des Albums ist übrigens Grütze)

Ich war im Auto, hab die Ampeln angeschrien
und gewusst, dass das keine Lösung ist.
Ich ging zum Arzt, er gab mir einen Gelben Schein
und sagte, dass das aber keine Lösung ist.
Ich hab versucht mir meine Kräfte einzuteilen,
und vor lauter Ruhe gar nichts mehr gemacht.

Liegengebliebenes wollte ich aufholen
und ich lief am Ende meinem Eisberg doch nur hinterher

Ich stopfte Essen, Rauch und Menschen in mich rein
und ich lernte, dass das keine Lösung ist.
Und mein Vermögen hab ich einfach so zum Fenster rausgeworfen
und begriffen, dass das keine Lösung ist.
Die Rituale der Idioten wollt ich im Keim ersticken,
mit dem Finger auf sie zeigen, um kein Idiot zu sein.

So bin ich abends oft zu Haus geblieben
und wollte trotzdem alle Menschen lieben.

Probleme meiner Freunde wollt ich für sie lösen

und am Ende war ich Teil des Problems.
Ich wollte bei mir sein und niemandem mehr nützlich sein
und was ich dann erfuhr, war die Rache des Systems.
Und dich hab ich benutzt, weil du schwächer bist als meine letzte Freundin,
für die ich keine Lösung war.
Wir haben versucht zu tun, als ob wir nur in’s Bett gehen
und du hast gemerkt, dass das keine Lösung ist.

Sprich nicht drüber, außer wenn dich jemand fragt.
Leb so, dass es alle wissen wollen.
Die Gedanken der Menschen sind nur ein Hauch
Gib mir nicht was ich mir wünsche, sondern was ich brauch.
Ich hab an Gestern nicht gedacht und nicht an Morgen. Es ist Nacht,
ich steh am Fenster. Und für einen Augenblick leb ich im Jetzt.

Dem Hass der Welt und ihrer Dummheit mit Zynismus zu begegnen hat zum Leben nicht gereicht
Allein das Schöne sehn ging auch nicht,
denn es gibt zu viele Dinge, die nichts Schönes in sich tragen.
Ich hab mich angestrengt im Jahreszeitenrythmus zu pulsieren
und dann fiel ich in Zeitlupe aus der Zeit.
Und meine Smartphone-Freunde rieten mir am Puls der Zeit zu sein
und wär beinahe aus mir selber rausgefallen.

Ich hab die Themen wie Zitronen ausgepresst
und die Menschen wollt ich umgestalten.
Ich hab versucht das Große Ganze zu begreifen
und mich doch mit tausend Fragen aufgehalten.
Und einer den ich noch von früher kenn, der sagte:
„Lass die Menschen endlich bleiben wie sie sind.
Benutz sie nicht als weiße Bank für deine Unzufriedenheit.
Sei ein Mann und sei kein Kind.“
Das kam mir einfach vor und mein Gewissen wurde schlecht.
Und ein Gedanke sagte: „Mach es allen recht.“
Ich ging nach Hause, um mich neu zu überdenken
und im besten Fall mich nochmal zu erfinden.

Und ich verlief mich in der Stadt,
in der ich Jahre lang schon lebe
und mein letztes Geld gab ich einem Blinden.
Der darauf sagte, ihm wäre die Unsterblichkeit geschenkt,
doch ich wusste, dass das keine Lösung ist.
Es wurde Abend, Nacht und Morgen, ich blieb wach die ganze Zeit
und ich wusste, dass das keine Lösung ist.

Sprich nicht drüber, außer wenn dich jemand fragt.
Leb so, dass es alle wissen wollen.
Die Gedanken der Menschen sind nur ein Hauch
Gib mir nicht was ich mir wünsche, sondern was ich brauch.
Ich hab an Gestern nicht gedacht und nicht an Morgen. Es ist Nacht,
ich steh am Fenster. Und für einen Augenblick leb ich im Jetzt.

Über Silent Protagonist

Here to make you think about death and get sad and stuff ...
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