The Sad Sad Shinji Tape (Volume 1)!

2016070521132300Als heranwachsender Kleinstadtjunge war ich ein gigantischer Fan der Anime-Serie Neon Genesis Evangelion, deren Protagonist Shinji Ikari vermutlich DIE fiktive Person mit den meisten issues ist – weniger Proxy für den Zuschauer, mehr Ausdruck für Serien-Schöpfer Hideaki Annos Depression und Schaffenskrise.

Zur Hochzeit meines Fanboytums, als ich bereit war, eine wahre Odyssee zu einem Comicladen in Frankfurt auf mich zu nehmen, um dort 50 Mark für eine importierte VHS-Kassette mit englischer Tonspur hinzulegen, las ich auch viel Evangelion Fan Fiction.
In einer dieser Geschichten hatte sich worlds-most-depressed-boy, Mr. Ikari himself, eine Kassette aufgenommen, auf der seine liebsten Depri-Hits drauf waren, der Soundtrack zum traurig in der Ecke sitzen und passenderweise nannte er sie „The Sad Sad Shinji Tape Volume 1

Wie ich da jetzt drauf komme? Nun ja, erstens wollte ich schon länger mal wieder über Evangelion schwadronieren. War echt krass, wie ich das abgefeiert habe und ich hab da auch noch so ein paar Sachen …

2016070521130800Zweitens geht es mir im Moment psychisch mal wieder nicht sonderlich gut und ich habe versucht mich zu erinnern, wann das angefangen hat.

So vor ein paar Monaten, dachte ich …

Ne, eher so vor einem Jahr …

Oder noch länger?

Und ich dachte zurück an ganze Abende, die ich in meinem Elternhaus und später auch in der kleineren Wohnung mit meiner Mutter, alleine vor dem PC verbracht habe, ausdauernd Luftschlagzeug trommelnd zu Düster-Mucke aus dem Kopfhörer, gespielt von Bands, an die ich heute eher nicht so gerne zurückdenke (Lacrimosa, HIM, Silverchair, Subway to Sally, To/Die/For, L’Âme Immortelle, Placebo, Tocotronic und Samsas Traum – wobei ich die letzten drei auch heute noch steil finde).

Einmal legte ich mich nachts auch mit meinem Walkman (!) auf den Bürgersteig, exakt zwischen zwei Straßenlaternen, damit ich mit möglichst wenig störendem Licht in den Sternenhimmel blicken konnte (ohne dabei aber völlig im Dunkeln zu sein).

Irgendwann kam ein Auto vorbei und hielt neben mir an. Der Fahrer öffnete die Tür und fragte mich, ob alles in Ordnung sei. Ich versicherte ihm, dass ich bei bester Gesundheit sei und hier nur in Ruhe mein Ding machen wollte, ich es aber trotzdem anständig von ihm fand, anzuhalten und nachzusehen.

Scheiß Teenager!“, dachte der sich vermutlich, und fuhr weiter. Heute bin ich mir nicht mehr sicher, ob es nicht sogar der Vater eines Kumpels von mir war …

Jedenfalls wollte ich mir damals auch ein Tape mit den besten Depri-Hits machen und es The Sad Sad Shinji Tape nennen … habe ich dann aber doch nie gemacht. Aber eine mögliche Trackliste gab es mal und ich habe viele Lieder dafür Probe gehört, wenn ich an meinem eigenen Evangelion Fan Fic geschrieben habe, welches es vermutlich irgendwo in den Tiefen des Internets noch gibt, aber ihr werdet es niemals finden 😉

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4 Kommentare zu The Sad Sad Shinji Tape (Volume 1)!

  1. moep0r sagt:

    Oh man, die Aktion mit dem Buergersteig ist echt hardcore 😀
    Ich halte nicht viel von so Deprimucke, weil die mich halt immer noch weiter runterzieht. Gerade wenn ich gar nicht so recht weiss, warum es mir ueberhaupt so geht finde ich das eher contra produktiv. Dann lieber 2-3 Glaeser Whiskey fertig machen und mit der Lieblings-DVD im Bett gemuetlich machen. #justmoep0rthings.

    Gute Besserung auf jeden Fall 🙁

  2. baumkuchen sagt:

    Letztendlich könnte man den gesamten Weltschmerz, der in NGE verpackt ist in einem zitat zusammenfassen der halt auch Angst an sich thematisiert: ‚get in the fckng robot, shinji ikari !‘
    Ksuo

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