Too Kawaii For You! – BABYMETAL in Frankfurt


bmffm1Am Mittwoch durfte ich die japanische Kawaii-Metal Granate BABYMETAL in der Batschkapp in Frankfurt erleben. Und ich spreche hier ganz bewusst von „Erleben“.

Aufmerksam geworden bin ich auf Babymetal anfang letzten Jahres und habe sie auch gleich in einem Beitrag auf ye olde Blog abgefeiert. Seit dem sind sie bei mir nie aus der Dauerrotation genommen worden. Ich habe mir brav das Album und ein T-Shirt gekauft und bei jeder sich bietenden Gelegenheit versucht, andere Leute mit dem BM-Virus zu infizieren.

Falls jemand immer noch auf dem Schlauch steht: Babymetal mischen japanischen Teenie-Idol-Pop mit … naja Metal in allen möglichen Ausrichtungen. Das klingt auf dem Papier vielleicht doof, ist aber verdammt catchy und auch erstaunlich heavy. „Echte“ Metal-Fans mögen sich angewidert abwenden, aber mal ehrlich, wer hört schon auf die?

2014 gab es in Köln ein einziges Deutschland-Konzert und ich ärgerte mich tierisch, dass ich meinen Hintern da nicht hinbewegt hatte, denn, so dachte ich, wann würden die mal wieder nach Kaltland kommen?

Entsprechend happy war ich über die Konzertankündigung in der Batschkapp in Frankfurt. Gleich am ersten Tag des Vorverkaufs eine Karte gesichert und dann nach Mitstreitern gesucht. Am Ende hatte nur mein Kumpel Seb Zeit+Lust, aber zum Glück musste ich nicht alleine hingehen.

Und so standen Seb und ich also am Mittwoch vor der neuen Batschkapp, in der ich zuletzt Funny Van Dannen gesehen hatte, und reihten uns brav in die Schlange ein, die bereits 30 Minuten vor Einlass über den ganzen Parkplatz reichte.

Nur war erstmal Warten angesagt. Wir vertrieben uns die Zeit mit dem mustern der anderen Konzertbesucher, die sich nicht sehr vom Publikum anderer Metal-Shows unterschieden. Außer vielleicht, dass jemand ein Pikachu-Kostüm trug.

Das Warten verlagerte sich irgendwann nach drinnen und wurde bei sau teurem Bier fortgesetzt. Seb spielte noch ein paar runden Hearthstone und ich ärgerte per Facebook Messenger eine Arbeitskollegin, die leider nicht mitkommen konnte.

Und dann ging es ziemlich pünktlich um 20 Uhr los …

Im Vorfeld war ich sehr unsicher gewesen, was uns erwarten würde. Ob das Konzept auch live zündet, oder ob die Band nur 40 Minuten lang das Album durchdudelt und dann wieder verschwindet.

Alle Befürchtungen waren aber absolut unbegründet, denn ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so gut unterhalten wurde.

Die Batschkapp war ziemlich voll und nach dem ersten Drittel des Konzerts wurde jeder Song, jedes Solo und sowieso alles, was die Background-Band und die drei Sängerinnen taten, vom Publikum abgefeiert. Die Stimmung war großartig und hielt sich auch über das komplette Set, das ausnahmslos jeden Song enthielt, den ich von Babymetal hören wollte.

Bei Iine! regnete es Falschgeld(*), bei Gimme Chocolate und Doki Doki Morning war der ganze Saal am mithüpfen und mitsingen und nach der Zugabe gab es bei The One/Road of Resistance die standardmäßige Wall of Death.

Das Gefühl eines Konzertes in einem schnöden Text zu beschreiben fiel mir schon immer schwer und ich habe jetzt in den letzten zehn Minuten etwa vier Absätze gelöscht. Sagen wir es also ganz einfach:

Die Band hatte Spaß, das Publikum hatte Spaß, es war heiß, es war voll, es war laut, ich war in der Wall of Death und es war einfach Bombe!

Einzig der Sound ließ etwas zu wünschen übrig. Die Musik war einfach zu laut und zu schwammig abgemischt, wodurch alle Instrumente in einem Krach-Brei untergingen und außerdem den Gesang übertönten. Zugegeben, das mag alles an unserem Platz in der Menge gelegen haben und wer woanders stand, hatte es vielleicht besser.

Aber das ist meckern auf hohem Niveau.

Nach ziemlich genau einer Stunde verließen Babymetal die Bühne, ließen sich fast 10 Minuten feiern und hauten dann nochmal zwei Songs raus. Danach gab es einige Wortfetzen in Deutsch zu hören. Su-Metal sagte, wir sollen auf uns aufpassen und verabschiedete sich mit einem „Tschühüsss!“ dass die ganze Halle erwiderte.

Fazit: jederzeit wieder, falls sich nochmal die Gelegenheit ergibt. Selbst wer die Musik und das Gehabe drum herum unter der Kategorie „so scheiße; dass es schon wieder gut ist“ einsortiert, bekommt eine sau gute Show geboten.

* Den Geldscheinregen gab es bei „Onedari Daisakusen“. Danke, Momber

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2 Kommentare zu Too Kawaii For You! – BABYMETAL in Frankfurt

  1. Momber sagt:

    Jo, ich war auch in der Batschkapp und Du hast recht – der Gig war super, aber der Sound grottenschlecht. Wie übrigens auch schon vor knapp drei Monaten beim BM Konzert in Strasbourg. Und wie man hört, war er in Berlin auch nicht besser.
    Wahrscheinlich ist der Tonmeister längst völlig taub. Wundern würd’s mich nicht 😉

    Trotzdem war’s geil, wie Du schon geschrieben hast… „selten so gut unterhalten worden“.
    Kann’s kaum erwarten, dass die Mädels wieder in die Gegend kommen!

    Übrigens, der Song heißt nicht „Line!“ sondern „iine!“, mit zwei i am Anfang, was soviel heißt wie „is super!“.
    Das Falschgeld regnete es aber bei „Onedari Daisakusen“ (=Manipulationsstrategie). One for the money…. two for the money… three for the money… money money money…

    Ciao
    S.

    • Hi,
      freut mich, dass dir das Konzert auch so gut gefallen hat und danke fürs lesen und korrigieren 😉

      Das mit Line!/Iine! wusste ich wirklich nicht und bei Onedari Daisakusen hast du natürlich recht. Passt ja auch viel besser.

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