How I Once Lost My Job Cause I Played Too Much Wolfenstein!

ReturnOfTheUebersoldatMein zweiter Dragon Age: Inquisition Playtrough (Qunari-Kriegerin, Schwert+Schild) pausiert momentan für die fröhliche Jagd auf Weltraum-Nazis.

Und für Hearthstone … vieeeellll Hearthstone. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Wolfenstein: The New Order ist ein potenter Ego-Shooter für die PS4 (und XBone, PC und die Last-Gen-Konsolen) dessen arg zensierte deutsche Fassung (keine Hakenkreuze, Nazis heißen „Das Regime“) einen ungewollt zusätzlichen Trash-Faktor besitzt.

Aber, das wusste der geneigte Leser vermutlich schon alles. Was er nicht wusste, ist, an was mich Wolfenstein spielen erinnert. An eine Zeit, in der es mir ziemlich kacke ging und in der ich soviel Return to Castle Wolfenstein spielte, dass ich meinen damaligen Job verlor.

All aboard the Time Machine:

Im Jahre 200X hatte ich aufgrund großer Abneigungen gegen mein schulbegleitendes Praktikum im Krankenhaus den geplanten Erwerb der fachgebundenen Hochschulreife abgebrochen und verbrachte meine Zeit mit dem musizieren in diversen Punk-/Hardcore- und Krach Bands, sowie dem extremen bei einem Kumpel herumhängen und Zocken.

Meine Ex-Freundin hatte mich mit meinem damals besten Freund betrogen und die nachfolgenden Beziehungen hielten meist nur mehrere Wochen, was sicherlich auch an meiner absoluten Lustlosigkeit lag, überhaupt eine zu führen. Ganz ohne weiblichen Anhang wollte ich aber auch nicht dastehen …

Kurz gesagt: ich wusste mit meinem Leben wenig anzufangen, war da ziemlich stolz drauf, vegitierte irgendwie so vor mich hin und litt unter einer unbehandelten Stoffwechselerkrankung. Alles Bombe!

Ein Bandkollege besorgte mir über Umwege einen Job als Verkäufer in einem kleinen Plattenladen. Das war gleichzeitig langweilig und cool. Langweilig, weil es wenig Kundschaft gab und ich die meiste Zeit nur herumsaß, SciFi-Romane laß oder mich mit der Bestelldatenbank beschäftigte und cool, weil ich eben in einem Plattenladen arbeitete und kleinen Metalkids die neue Metallica andrehte. Dürfte zu der Zeit die grausige St. Anger gewesen sein.

Der Freund, bei dem ich meistens meine Zeit verbrachte (wie übrigens sehr viele Leute, da er viel Platz und eine sehr „liberale“ Mutter hatte, so dass sich dort regelmäßig ein Dutzend Leute trafen) hatte Ratten als Haustiere und ich bearbeitete ihn irgendwann so, dass er mir davon welche abgab.

Als echter Punkter brauchte ich sowas natürlich. Meine Mutti war davon wenig begeistert und machte klar, dass ich mit diesen Viechern aus der Wohnung zu verschwinden habe. Also nahm ich den Käfig und meine Siebensachen und zog mehr oder weniger bei dem Rattenbesitzer ein.

Das war eigentlich sehr lustig. Außerdem war ich sowieso schon mehr dort als bei meiner Mutter. Morgens stellte ich ihm den frisch rasierten Irokesenschnitt und wenn er in die Schule ging (er ist ein paar Jahre jünger als Ich) machte ich mir ebenfalls die standesgemäßen Haare und fuhr dann zu meinem aufregenden Job in der Musikindustrie.

Oder eben nicht. Eines Abends ging es mir Stimmungsmäßig besonders mies und während sich um mich herum der Hausherr und alle Gäste auf den diversen Matratzen zur Ruhe betteten, blieb ich im Glühen des Computermonitors sitzen, rauchte zu viel und tötete einen Nazi-Zombie nach dem anderen.

I see what you did there ...

I see what you did there …

Erst Zeitgleich mit dem Sonnenaufgang legte auch ich mich schlafen und nach einer viel zu kurzen Ruhephase machte ich mich nicht auf, um zur Arbeit zu gehen, sondern ich fuhr den Computer wieder hoch um nach Schloss Wolfenstein zurückzukehren.

Was mich damals genau geritten hat, kann ich heute nur schwer rekonstruieren, aber sagen wir mal so, irgendwie war es mir an diesem Tag unmöglich, anders zu handeln. Ich fühlte eine solche erdrückende Schwere in mir, wenn ich nur daran dachte, zur Arbeit zu gehen, also tat ich einfach so, als gäbe es diese Verpflichtung überhaupt nicht. Ich rief natürlich auch nirgendwo an, um mich etwa krank zu melden, ich ging einfach nicht hin. Das Problem würde sich schon von selbst lösen. Tat es dann auch.

Am nächsten Tag verfuhr ich genauso, erst am übernächsten schleppte ich mich immer noch Lustlos in den Laden und wurde von einem Schild begrüßt, dass heute den ganzen Tag geschlossen sei und morgen wieder normal geöffnet wäre.

Auch das interpretierte ich nicht als etwas schlechtes, sondern mit einem lapidaren „Supi, dann kann ich wieder Nazis töten gehen“, was ich dann auch sogleich tat. Von meinem ehemaligen Arbeitgeber hörte ich natürlich nie wieder was. Ich bekam den Restlohn ausgezahlt und gab meinem Bandkollegen mit großer Verzögerung den Ladenschlüssel zurück, den er irgendwie an den Besitzer weiterleitete.

Stolz bin ich auf diese Aktion nicht sonderlich, besonders jetzt nicht, wo ich „mit beiden Beinen im Leben stehe“ ™, aber die Sessions mit dem aktuellen Wolfenstein haben diese Erinnerungen wieder nach oben gespühlt …

Und die Moral von der Geschicht? Keine. Sowas steht mir auch nicht zu.

Außer vielleicht: achtet auf euch und eure Psychohygiene, Kids!

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Here to make you think about death and get sad and stuff ...
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7 Kommentare zu How I Once Lost My Job Cause I Played Too Much Wolfenstein!

  1. Poly sagt:

    Solche Phasen und diese Unlust kenne ich auch gut, aber ich hab zum Glück immer noch die Kurve gekriegt.

  2. rattenbesitzer sagt:

    Zu antriebslos zu arbeite,n aber wenn früh genug aufstehen um iros zu stellen: punkermoral !

    .. hatte ich total vergessen !! Danke für diesen Schwank aus unserer Jugend 🙂

  3. Phinphin sagt:

    Sehr interessant zu lesen. Dagegen wirkte mein „Erwachsenwerden“ richtig langweilig.

    • Verzeih mir den Pathos, aber Erwachsenwerden ist niemals langweilig 😉

      Und da ich bei dir wohl im Spamordner gelandet bin, gratuliere ich dir auf diesem Wege nochmal zum Nachwuchs 🙂

      • Phinphin sagt:

        Ja, keine Ahnung wieso. Hab deinen Kommentar erst vor ner Stunde entdeckt. Aber ab jetzt müsstest du ohne Freischaltung kommentieren können. 🙂

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