Brot macht einen Fett??!!

seconds4Obwohl Amazon bei meiner Vorbestellung als Lieferdatum irgendwas mit ende August (2014) angab, hatte ich bereits anfang des Monats völlig unvorbereitet Seconds, das neue Werk von Bryan Lee O‘Malley, dem Superhirn hinter Scott Pilgrim, im Briefkasten.

Und nun, wo ich es bereits dreimal gelesen habe, kann ich eines mit Erleichterung sagen: Seconds ist kein lauer Versuch, irgendwie an den Erfolg von Scott Pilgrim anzuknüpfen. Es gibt keine Popkulturzitate, keine Videospiele, keine Musik und es wird nicht gekämpft. Und obwohl Seconds durchaus seine wirklich lustigen Momente hat, ist der Grundtenor eher ernst. Der Vergleich zu O‘Malleys Erstlingswerk Lost at Sea passt hier also deutlich besser.

Aufmerksame Leser wissen, dass ich kein großer Freund von Inhaltsangaben und Co. bin, daher nur in aller Kürze:

Seconds handelt von der Köchin Katie. Sie führt ein Restaurant mit Namen Seconds. Um Geld zu sparen, wohnt sie unter anderem auch dort, denn sie möchte ein neues Restaurant aufmachen, um sich dort besser zu verwirklichen zu können.
Mittels geheimnisvoller Pilze und des Hausgeistes Lis bekommt Katie eines Tages die Möglichkeit, begangene Fehler rückgängig zu machen und den Lauf ihres Lebens zu ändern. Natürlich kommt es, wie es kommen muss; sie übertreibt es mit dem Ausbessern von dem, was sie für große Fehler hält und beschwört damit etwas herauf, dass sie nicht mehr kontrollieren kann.

Das klingt jetzt vielleicht wie die Handlung einer Familienkomödie aus den 80‘gern aber O‘Malley wäre nicht O‘Malley, wenn er dem Ganzen nicht seinen unverwechselbaren Stempel aufdrücken würde. Will sagen, auch hier haben wir sehr plastisch wirkende Charaktere, die uns schon nach wenigen Bildern vertraut vorkommen und über die man einfach mehr erfahren will. Die Dialoge sind trotz der ernsten Prämisse oft sehr lustig und einfach großartig geschrieben. Der Zeichenstil tut dann sein Übriges (sehr farbenfroh und irgendwie gleichzeitig minimalistisch und detailliert), dass man Seconds nicht mehr so schnell aus der Hand legt und trotz der leicht über 300 Seiten bequem auf einen Schlag durchlesen kann.

Hi Scott and Ramona

Hi Scott and Ramona

Bryan Lee O‘Malley weiß bestimmt, dass ihm so ein genialer Glücksgriff wie Scott Pilgrim nicht noch einmal gelingen wird und ich bin wirklich froh, dass er es auch gar nicht versucht, sondern sich ganz anderen Geschichten zuwendet.

Volle Punktzahl also für Seconds. Wenn eine deutsche Übersetzung erscheint, hole ich mir die vermutlich auch noch.

 

Wer jetzt neugierig auf das Buch geworden ist, sollte sich unbedingt auch noch den ausführlicheren Artikel von Kollege moepOr ansehen!

Über Silent Protagonist

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2 Kommentare zu Brot macht einen Fett??!!

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