Challenge Accepted!

hcalundra

Mit voller Wucht fliegt der Controller durch die Luft. Mühelos schneidet er durch die Rauchschwaden, die atmosphärisch durch das Zimmer wabern. Ihm hinterher fliegen phantasievolle Flüche. So phantasievoll, dass die Bestellung eines Exorzisten anzuraten wäre.

Die Komplettlösung wiegt schwer auf meinen Knien. Sie ist mir keine Hilfe. Nicht die Rätsel sind es, die mir Kopfschmerzen bereiten.

Tot. Schon wieder. Ich könnte eine Skizze des Game Over Bildschirms zeichen. Freihändig. Im Traum, wenn nötig. Und dabei kann ich nicht einmal ein vernünftiges Strichmännchen malen.

Immer wieder an derselben Stelle. Immer dieser Sprung, dieser eine Sprung. Pixelgenau habe ich die Spielfigur ausgerichtet, und um einen Pixel verfehlt der Avatar die rettende Plattform und fällt in den sicheren Tod. Aber selbst wenn er nicht sterben würde, müsste ich durch das halbe Dungeon laufen, um einen weiteren Versuch zu starten. Dieser Sprung … dieser eine Sprung.

Nicht Ego-Shooter sollten verboten werden, nein, Jump-and-Run und alle anderen Spiele mit fiesen Sprungpassagen, <strong>DAS</strong> sind die wahren Killerspiele! Ein Test für die Frustrationstolleranz, eine Prüfung in Durchhaltevermögen und Können. Mad-Skills sind gefragt.

Ich erhebe mich langsam, die müden Knochen ächtzen. Durchquere das Zimmer, lockere dabei meine Finger. Ich hebe den Controller auf. Hat den Flug gut überstanden. Das Spiel hat ihn nocht nicht auf dem Gewissen. Und mich auch nicht.

Restart! Nächster Versuch!! Challenge Accepted!!!

 

Dieser Beitrag erschien auf Ye Olde Blog als Teil der Challenge „52 Games“ vom Zockwork Orange  (Thema war „Prüfung“) und ist unangefochten mein eigener Lieblingsbeitrag dazu.

Seitdem habe ich Alundra übrigens nochmal auf der Vita gespielt. Zwar sind einige der Sprünge wirklich fies, ein Fehltritt endet aber nie gleich tödlich … nennen wir es künstlerische Freiheit …

Über Silent Protagonist

Here to make you think about death and get sad and stuff …

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2 Kommentare zu Challenge Accepted!

  1. moep0r sagt:

    Also ich als leidenschaftlicher Jump n Runner muss dir da teilweise widersprechen. Denn nicht die Spruenge ansich sind das schlimme, viel mehr das Punishment dafuer, sie zu versauen. Ein Super Meat Boy beispielsweise ist auch ultra schwer, weiss aber bei der Stange zu halten, da man halt schon wieder im Game ist, bevor man sich ueberhaupt aufregen kann.

    Aber ja, solche Spiele koennen einem den letzten Nerv rauben 😀

    • Widerspruch ist hier unerwünscht xD

      Nein, eigentlich widersprichst du mir gar nicht. Motivation und Frustration liegen da teilweise sehr nah beieinander. Ob man es dann immer wieder versuchen möchte, oder eben nicht, ist dann ein Qualitätsmerkmal für das Spiel.

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